Archive for the ‘Bibliothek’ Category

Die besondere Grußkarte

Ein schönes Konzert, nette Leute, coole Musik und in der Mitte der Mensch, der einem sofort in die Augen fällt. Schöne Stunden, Getränke, Worte und eine Mimik, die verspricht, dass da mehr ist. Doch der Abend ist leider irgendwann vorbei und die Wege trennen sich. Zum Glück war da noch der Kniff mit der Mail-Adresse auf der Eintrittskarte, der mir einfiel.
Tage sind seit dem vergangen und meine Gedanken kreisen noch immer um das Mädchen, das mir an diesem Abend den Kopf verdreht hat. Der Mut fehlte mir bisher, einfach die Email zu verfassen und Hallo zu sagen. Doch was soll schon passieren, Vielleicht war die Mail-Addy sogar falsch, nur damit es nicht dazu kommt, dass man sich nochmals austauschen kann.

Ich tippe die Mail-Addy ein und formuliere ein verlegenes „Hallo, wie geht’s Dir?“.
Viel mehr bringe ich nicht zusammen. Wie auch, denn ich weiß ja nicht was daraus werden soll oder ob auf der Seite des Mächens auch Empfindungen im Spiel waren. Ich drücke den Button SENDEN und denke bei mir, dass ich mich nun mal wieder zum Obst der Woche gemacht habe. Ich sitze vor dem Laptop und erwarte eine sofortige Antwort, was totaler Stuss war. Stunden später, noch nichts, kein Lebenszeichen, kein „Nein danke.“.

Am Abend dann eine kurze Nachricht, dass ich eine E-Card bekommen habe. Eine E-Card? Ich kann mir keinen Reim daraus machen und öffne die elektronische Karte und was mich da erwartet lässt mein Herz höher schlagen. Es ist ein schöner Text und ein großes Rotes Herz. Mehr musste es auch nicht sein. Ich war total happy und wollte auch gleich mit einer der Liebeskarten antworten. Ein komisches Gefühl machte sich breit. Freude auf mehr. Ich suchte eine unspektakuläre Liebeskarte aus, doch ich schrieb einen Vers hinein, der nur für Dich bestimmt war.

„Gesehen, gelacht, gefeiert und
hoffentlich viel viel mehr. „

Ich kann Euch sagen, es wurde viel, viel mehr, denn mittlerweile liegt das Konzert mehrere Jahre zurück und wir müssen uns keine Liebeskarten mehr senden, denn wir können uns das, was wir denken und fühlen täglich sagen.

Posted on Oktober 4th, 2012 by MyZero  |  No Comments »

Eisblumen

Als Kind habe ich viele Tage in einfachen Verhältnissen bei meinen geliebten Großeltern verbracht und mich an sehr kalten Tagen an den Eisblumen erfreut, die morgens die Fenster verzierten. Mich hat der Glanz und die bizarren, nie willkürlichen Formen begeistert. Wehmut stellte sich dann ein, wenn die Sonne ihr Werk begann und aus den Eisblumen langsam simples, unspektakuläres Wasser werden ließ, dass langsam aber sicher der Erdanziehung und der Verdunstung Tribut zollen musste, bis nichts mehr von den Eisblumen übrig war, außer der Erinnerung und die Freude, dass genau das gleiche Schauspiel am nächsten Morgen seinen Reiz auf mich ausüben würde. Doch irgendwann hieß´es dann auch Abschied für längere Zeit, denn mit dem Frühling und den steigenden Temperaturen blieben auch die Eisblumen aus.

Das ist der Lauf der Dinge und heute habe ich mir gedacht: „Eigentlich wie das wirkliche Leben.“.

Man verliebt sich in jemanden, der ähnlich einer Eisblume einen besonderen Reiz auf einen ausübt. Nicht unbedingt die Temperaturen oder das Wetter sorgen dafür, sondern Gefühle, bestimmte Gesten und Macken, die dieser besondere Mensch hat. Doch bevor man aufeinander zu geht, sein Herz in die Hände nimmt, lässt man die Eisblumen immer wieder schmelzen und aus dem Blick gleiten. Doch wenn man den rechten Moment verpasst ist es eben so wie bei den Eisblumen. Die Gefühle vergehen und man findet nicht zueinander. Natürlich ist es immer schwierig, sich zu offenbaren. Doch warum eigentlich. Hat man Angst vor einer Abfuhr oder einer Peinlichkeit? Wir leben und jede verpasste Chance ist ein Stück verpasstes Leben.

Heute gibt es Singles wie Sand am Meer. Die einen lieben das Gefühl, sein Ego keinem anderen unterordnen zu müssen. Doch muss ich das, nur weil ich eine Beziehung eingehe?
Nein.

In der Beziehung fließen lediglich Gedanken und Gefühle zweier Menschen ineinander und ergeben etwas Neues. Mit etwas Glück von Dauer, was man nie missen möchte. Dauer, was heißt das?

1 Tag, 1 Monat oder 50 Jahre? Das weiß man vorher nicht, doch wenn man sich nicht traut auf den oder die Eine zuzugehen wird man nie dieses Glück kennen lernen.

Selbst ein gemeinsamer Tag und dann das Schmelzen des Eises bis zum Exodus kann mehr Erfüllung bringen als 100 Jahre Einsamkeit.

Posted on Oktober 13th, 2011 by MyZero  |  1 Comment »

Search Your Soul

Search Your Soul

Search Your Soul

Dunkelheit macht sich breit im Herzen,
das „Ich“ wird gefüllt mit brennenden Schmerzen.
Die Seele beginnt zu verblassen,
wenn ich es habe zugelassen.
Du würdest nur zu gerne von mir gehn,
doch ich will nicht ohne Dich allein im Leben stehn.

Du schlägst um Dich, trittst und spuckst nach mir.
Das tut so weh, was ist nur los mit Dir.
Seelenlos möchte ich niemals sein,
doch aus Deiner Richtung kommt schon der nächste Stein.
Ist es so schwer mit mir auszukommen?
Nun sehe ich Dich nur noch leicht verschwommen.

Du wirst zum Geist, zur Fata Morgana und schließlich zum Nichts,
ohne Dich mein Herz zerbricht.
Ich flehe, bettle und kralle mich fest,
Ein letzter Hauch von Dir und Du bist weg.
Dem Schmerz folgt Wehmut und Angst vor dem Morgen,
Du bereitest mir brennende, schmerzende Sorgen.

„Search Your Soul“ sagtest Du einmal, weist Du es noch?
Du warst meine Seele und hinterlässt in mir ein finsteres Loch.
Wo nur soll ich Dich suchen oder kann ich Dich finden?
Die Lebensfreude, der Lebensmut beginnt auch in mir zu schwinden.
Doch nach Dunkelheit folgt immer das Licht,
ob es auch die Mauer um meine Seele bricht?

***********

Posted on August 17th, 2011 by MyZero  |  No Comments »

Dunkelheit

Ich bin Irma und sicherlich für Euch kaum vorstellbar, aber ich liebe die Dunkelheit. Der Tag, das Licht ist für mich purer Horror, denn am Tage kann jeder mein wahres Ich sehen. Mein Ich, was ist es eigentlich?

Ich bin kein Mensch, wie ihr ihn Euch sicherlich vorstellt. Nur in der Dunkelheit, wenn kein Sonnenstrahl die Erde kitzelt, dann bin ich. Nachts erwache ich und mit mir meine Seele. Nein, ich bin keine Horrorfigur, sondern ein Mädchen wie Du und ich, oder etwa doch nicht?

Es ist Freitag und ich freue mich auf die bevorstehende Nacht. Ich mache mich fertig und kleide mich so wie ich mich fühle. Keine langweilige Jeans, Ballerinas und T-Shirt. Nein, ich bin im Bad und durchlaufe mein Ritual, meine Verwandlung, meine Neugeburt.

Meine Haare habe ich am Nachmittag wieder nachgetönt, denn ich finde, dass sie Schwarz sein müssen. Einfach nur Schwarz und glänzend. Ich liebe es, wenn sich das nächtliche Licht der Straßenbeleuchtung in meinen Haaren widerspiegelt. Ja, schwarze Haare sind cool und geben mir Sicherheit.

Nun kommen meine Augenlider dran. Natürlich versinken diese auch in Schwarz genau wie meine schön gezupften Augenbrauen. Nun noch meine Lippen. Die Farbe könnt ihr sicherlich selbst erraten.

Im Hintergrund läuft Musik, die so manchen die Magengrube umdrehen würde. Melancholie ist schön und erzählt von der Liebe, doch die Liebe kann auch brutal zuschlagen. Und genau das macht meine Bands so einmalig schön. Nein, ich bin kein Gothik oder Gruftie, aber ich kann nicht leugnen, das ich auf bestimmte Dinge, die der Szene ihren Ruf einbrachten, echt stehe.
Zum einen sind da die Klamotten, aber eben auch die Musik. Doch meine Lebenseinstellung hat nichts mit Tod und Verderben zu tun, sondern mit Leben und Liebe. Aber ich glaube auch, dass die Normalen wie Du da draußen ja genau diese Klischees mit Gothik verbinden. Was sieht man daran? Ihr habt die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, nach Zuneigung und Leben nicht erkannt.

Klar, mein Aussehen wird nicht nur vom Schminktisch bestimmt, sondern auch und vor allem durch meine Klamotten. Jetzt denkt ihr sicherlich an Tüll, schwarze Strümpfe, Ketten oder auch irgendwas Glänzendes, aber da habt ihr euch geschnitten, denn ich denke, jeder Mensch sollte trotzdem einen eigenen Stil pflegen und genau dieser macht einen Menschen aus. Also, wo soll ich anfangen?

Mein Gesicht, meine Haare sind Schwarz. Und auch der Rest meiner Kleidung ist Schwarz, jedoch nicht typisch Gothik. Heute beispielsweise habe ich schwarze Dessous an. Ja, ich fühle mich wohl darin. Davon bekommt aber niemand etwas zu sehen, versprochen.
Dann folgt eine Bluse, die ich selbst geschneidert habe. Keine Rüschen oder glitzernde Accessoires verunstalten sie. Ein glatter Schnitt, einfach, aber in der Taille enger werdend. Klar, ich habe eine gute Figur und die möchte ich damit zum Ausdruck bringen. Und logischerweise kleidet meinen Knackarsch ein schöner Rock, Farbe Schwarz.
Schon fertig, wenn man die Docs noch hinzuzählt, die meinen doch relativ kleinen Füßen scheinbar übermäßige Ausmaße bescheren.

Im Moment ist es ja warm, doch zum Glück kommt abends und nachts die wohlige Kühle zurück, die ich so anschmiegsam und schön finde. Dann trage ich meine Lederjacke und bin endlich ich. Im MP3-Player läuft Nick Cave oder die Erben. Paul und Jacky sind diejenigen, die mich kennen.

Ich fühle mich wie eine Motte. Nachts, bei Dunkelheit lebe ich auf, fliege hinaus in die Welt und habe Großes vor. Am Tage hingegen falte ich meine Flügel zusammen und verkrieche mich in dem grauen Einerlei aus Normalität, Egoismus und menschlicher Kälte.

Ich bin fertig. Noch ein Duft, dem ich verfallen bin und los geht’s. Meine Mutter sitzt wie immer vor der Kiste und lässt sich vom medialen Schwachsinn zuballern. Die Sender versuchen es wie jeden Freitag mit der Komiker-Tour, doch die Witze sind so platt, dass man bei genauem Hinhören die Abstrusität mit der Keule ins Hirn getrommelt bekommt.

Ich sage Bye und bin raus, raus in meine Welt. Weg von Normen, die alles bestimmen in einem Land, dass damit prahlt, sozial und demokratisch zu sein.
Die Nacht ist dunkel und die Dunkelheit verschluckt Dich förmlich. Sie reißt ihren Rachen auf und schon bist du von ihr gefangen. Ich mag es, mich zu geben wie ich bin und nur die Dunkelheit gestattet es mir, mich zu verwandeln und Dinge zu tun, die ich im Licht nie machen würde. Die Kleinstadt verzeiht es einfach nicht, wenn das Kind „normaler“ Eltern aus dem Rahmen fällt. Doch die Nacht bietet Verstecke, Schatten und dunkle Ecken, die Unterschlupf bieten, in die ich mich flüchten kann. Die Dunkelheit bringt aber komischerweise nicht nur mich hervor, sondern auch viele andere, die scheinbar ähnliche Probleme haben.

» zurück zu “Dunkelheit – Morgenröte – Licht”

Posted on Juli 10th, 2011 by MyZero  |  1 Comment »

Dunkelheit – Morgenröte – Licht

Ich habe mich endlich mal wieder dazu entschlossen, etwas zu schreiben. Hier der Beginn meiner kleinen Kurzgeschichte von Irma.
Ich schreibe diese Trilogie, weil die Dunkelheit, Morgenröte und das Licht so vieles ausdrücken können. Jeder wird schon einen eher dunklen Lebensabschnitt erlebt haben. Doch irgendwie ging doch immer wieder die Sonne auf und die Morgenröte strahlte positive Wärme aus. Das Licht des Tages steht natürlich auch für das Licht des Lebens. Doch was ist, wenn alles genau das Gegenteil ausdrücken könnte?
Dunkelheit gibt Sicherheit, da man mit der Dunkelheit verschwimmen kann. Die Morgenröte wird zur Gefahr, weil sie nichts anderes bedeutet, als dass man der sicheren Dunkelheit entrissen werden könnte.
Licht ist der blanke Horror, denn im Licht erscheint man so, wie man wirklich ist. Es gibt kein Verstecken, keine dunkle Nische, in die man sich verdrücken könnte. Licht ist grausam, denn Licht bringt alles zu Tage.
Auch Dinge, die besser nie ins Licht gelangen sollten.

Horror steht dabei nicht für den Horror, den man aus Film und Fernsehen, aus der Wirtschaft oder Politik kennt, sondern um den persönlichen Horror, den man im Leben begegnen kann.

Ich weiß auch noch nicht, ob ich dazu kommen werde, die Geschichte zu illustrieren, weil es einfach meine Zeit kaum zulässt. Ich hoffe nur, dass Euch diese Geschichte gefällt und ihr etwas mit den wenigen Zeilen anfangen könnt.

Euer Stan

Kapitel

Dunkelheit
In der Dunkelheit fühlt sich Irma wohl, denn hier kann sie das sein, was sie gerne sein würde, ohne Rücksicht auf das Ansehen ihrer Familie nehmen zu müssen. Hier blüht sie auf und fühlt sich wohl.

Morgenröte

Licht

Trilogie Downloaden

Posted on Juli 10th, 2011 by MyZero  |  1 Comment »

Nebel der Sehnsucht

Nebel der Sehnsucht

Hier sitze ich nun schon seit längerer Zeit,
Frage mich wo Du jetzt bist und bin ich bereit?
Du bist ausgezogen, dein ich ist nicht hier,
Nebel der Sehnsucht der ist tief in mir.
Die Sonne sie zeigt sich mit all ihrer Schönheit
Sie lässt Regentropfen glitzern,
leider wird es bei mir zur Gewohnheit.

Die Kühle des Steins, Deines Steins überträgt sich auf mich.
Die Sonne sie blinzelt, erwischt die Träne in meinem Gesicht.
Ich sitze auf Dir und doch bist Du so fern,
ach könnte ich die letzte Tür einfach aufsperrn.
Nebel der Sehnsucht übernimmt nun die Macht,
Ich hoffe und glaube das Du über mich wachst.

Es scheint so einfach, doch es ist so schwer,
Gehe ich den letzten Schritt, denn ich fühle mich so leer.
Die Sonne steigt weiter, löst den Nebel langsam auf.
Mir wird langsam wärmer, durchzieht meinen Rausch.
Ich erhebe mich von dem was von Dir über ist.
Und weiß nur zu deutlich das ich Dich so sehr vermiss.

Gedanken
Sicherlich ist der obige Text nicht für jeden sofort zu greifen. Worum geht es da eigentlich wird sich so mancher fragen. Dabei liegt die Antwort auf der Hand. Es geht hier um Trauer, um Sehnsucht nach einem Menschen der nicht mehr da ist.
Nun wird sicherlich auch klar was mit dem Stein gemeint ist.
Wie weit kann Trauer gehen? Ist der Gedanke an den Suizid eine Ode an die Liebe? Oder ist das Leben doch das, was uns am wichtigsten ist? Der Text lässt zum Glück das Ende offen, denn an diesem Tag erhebt sich die Person vom Grabstein und die Wärme der Sonne löst den Nebel auf. Doch was ist wenn die Sonne nicht scheint?
Sicherlich denken jetzt einige, dass dieser Text sehr makaber ist, doch eigentlich stellt er nur die eine Frage:
„Wie weit geht Liebe wirklich?“
Und sie beantwortet sich für jeden, dessen Partner aus dem Leben geschieden ist, anders. Das Leben ist schön und man sollte es auch nach dem Entsetzlichen, Unwiderruflichem leben, doch die Entscheidung dafür muss jeder für sich selbst treffen.

Neo – 2009

Posted on April 14th, 2011 by neo  |  1 Comment »

Paris ist so weit weg

Karen ging zu einem Konzert eines Sängers, von dem sie nur wußte das er der „größte“ Lyriker und Songwriter seiner Zeit ist. Liebe, alles dreht sich um die Liebe bei Morrissey und so sagt sie sich, dass muss ich mir nach dem Scheiß der letzten Wochen einfach geben. Sie fragt ihre Freundin Karo, ob sie sie nicht begleiten wolle und Karo sagt zu.

Es ist der 12. Juni 2009. Karen ist gespannt auf das was da heute Abend in der Columbiahalle abgehen soll. Klar hat sie sich das neue Album von Morrissey „Years of Refusal“ gekauft und ja, was sie sich da kaufte gefällt ihr auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Die Musik ist anders, oft getragen von schweren Tönen und einer markanten Stimme. Doch noch mehr ist sie von der Wucht der Texte beeindruckt. Vor allem ein Song aus dem aktuellen Album fasziniert Karen, denn es kam ihr vor, als wäre genau dieser Song für sie geschrieben. „I´m Throwing My Arms Around Paris“ handelt davon, dass niemand Morrissey Liebe will und nur Steine und Stahl seine Liebe akzeptieren würden.

Genau das war die Situation in der sich auch Karen befand. Von der Liebe verraten und betrogen glaubt sie in zahlreichen Momenten auch nicht mehr an die wahre Liebe. Jedenfalls schien es so, als gebe es keine real existierende Person, die zur wahren und konsequenten Liebe fähig wäre. Betrug und Verlogenheit lauerten gerade in der Liebe.

Karens Gedanken schweiften wieder ab und machten sie traurig. Karo würde bald kommen, weshalb sie sich Karen schnell fertig machte. Sie wollte sich nicht rausputzen. Einfach gute Musik genießen von jemanden, der scheinbar wusste was wahre Liebe ist. Es klingelte und Karo stand vor der Tür. Sie umarmten sich und innerlich freute sie sich auf den bevorstehenden Abend.

Schnell gings in die Halle. Viele Leute waren da. Vor allem aber auch Männer, die scheinbar genau das selbe in Morrissey sahen wie Karen. Gab es etwa doch Menschen, die noch an wahre Liebe glaubten und teils auch verzweifelt danach suchten? Der Aufgalopp vor der Halle jedenfalls war vielversprechend. Die Stimmung schien auch nicht typisch Konzert zu sein. Es ging ruhiger ab und doch spürte man eine tiefe Erwartung bei fast allen hier.

Ihr viel ein Junge auf, der auch einige Male rüberblickte. Er lächelte süß und schwuppdiwupp war er im Getümmel auch schon verschwunden. Karo schnappte Karen und schleifte sie ebenfalls durch die Massen. Karen drehte sich nochmals um doch leider war es bei dem einen Blick geblieben.

Sie gingen in die Halle und sie bemerkte, wie Karo ihr Lästermaul in Schwung brachte und sich über diesen und jenen lustig machte. Karo war wahrscheinlich nur wegen Karen mitgekommen und irgendwie bereute sie das jetzt.

Als das Konzert begann waren Karo und Karen etwas weiter hinten in der Halle. Karo war es scheinbar egal ob sie Morrissey sah oder nicht. Sie kannte ihn nicht und hatte sich auch nicht mir der Vorgeschichte von Morrissey und vor allem mit seinen Songs beschäftigt. Karen jedoch hielt nichts und sie musste näher ran an den Mann, für den der Begriff Liebe mehr zu sein schien als ein belangloses Wort in einem umfangreichen Wortschatz.

Karo schien es egal zu sein, dass Karen sich von ihr löste und sich den Weg durch die Massen bahnte. Morrissey sang „How Soon Is Now“ als Karen fast vorne angelangt war. Plötzlich berührte sie eine Hand auf der Schulter. Karen ignorierte diese erst, doch ein zweiter kleiner Stups animierte sie dazu sich umzudrehen. Da war es wieder, das Lächeln was sie vorhin gestreift hatte. Karen erwiderte das Lächeln und blieb stehen. Gab es so etwas? Ein Blick und die Zeit scheint still zu stehen.

„Hi, ich bin Marko.“ schien er zu schreien doch Karen hörte es als wäre ein Hauch zu ihr rüber geweht. „Karen“ mehr brachte sie nicht heraus. Marko sang leise, aber mit völliger Hingabe mit und Karen sah ihn nur an und wünschte sich einfach nur einen schönen langen Abend mit ihm.

Dann kam Karens Lied, doch Paris schien genau in diesem Moment so weit entfernt.

Posted on Februar 12th, 2011 by neo  |  No Comments »

Saubere dreckige Welt

Hier stelle ich Euch eine Geschichte von mir vor, die ich fortlaufend schreibe und illustriere. Neo wird auch einige Bilder beisteuern.

Leider wird die Geschichte nicht vollständig frei zugänglich sein, da es sich um eine Gruselgeschichte handelt, die auch einige Sequenzen zu bieten hat, die nicht für jede Altersgruppe bestimmt sind.

Wer Interesse an der kompletten Geschichte hat, der sendet mir einfach eine entsprechende E-Mail und bestätigt mir, dass er volljährig ist.

Hier jedoch erstmal der Beginn der Story.

Saubere, dreckige Welt

Engel

Hämmernde Musik drang an Jevels Ohren, doch scheinbar hörte sie noch etwas ganz anderes. Die Musik pulsierte förmlich. Der Bass übermittelte seine Botschaft nicht nur auf akustische Weise, sondern alles schien durch seine Macht in Bewegung geraten zu sein. Kein Zweifel, die Waldbühne bebte und das bizarre Bild, welches sich bot, schreckte jeden normalen Menschen ab. Doch hier waren sie unter sich, die Freunde der harten, düsteren Musik.
Jevel saß am Rand der Bühne etwas abseits vom Geschehen und genoss die ausgeflippte Menge. Sie liebte es, wenn sich Körper im Rhythmus bewegten, dreckig waren und vor allem nach Schweiß rochen. Die Massen tanzten sich in Ekstase und genau das war es, was Jevel brauchte. Ihr Blick fiel auf eine Gruppe von Kerlen, die offensichtlich aus der Provinz kamen. Sie versuchten unbeholfen aber mit aller Vehemenz mit den Eingefleischten mitzupogen.
Jevels Nackenhaare stellten sich unweigerlich auf, denn sie hatte Geschmack gefunden. Es elektrisierte sie, der aufgewirbelte Staub und die Gewissheit, heute Nacht Spaß zu haben. Die Jungs waren angetrunken und bemerkten nicht, dass sich abseits von ihnen eine wahre Göttin in Bewegung setzte und genau auf sie zusteuerte. Pechschwarze Haare, schmal gezogene schwarze Augenbrauen, komplett in Schwarz. Der Körper wie von Gott geschaffen kam über die Jungs wie ein Inferno.
Jevel war sich ihrer Schönheit bewusst, war es doch nicht nur einfach Schönheit, sondern Waffe zugleich. Sie war nicht nur Schwarz gekleidet, sondern die Kleidung selber war bizarr und elektrisierend zugleich. Ihr kunstvoll geformter Körper steckte in einer schwarzen, glänzenden zweiten Haut. Komplett in Latex eingeschlossen, wuchs ihr elfenhafter Kopf scheinbar wie ein Pilz aus dem glänzenden Körper hervor. Pures Weiß konnte man denken, wenn man ihr Gesicht sah, doch ihre schwarze Kleidung und der Rest ihrer Erscheinung verstärkten diesen Eindruck nur. Dunkle Lippen, dunkler Lidschatten und ein Nasenpiercing verrieten, dass diese Frau etwas Besonderes war. Ihre Füße steckten in Docs und ein breiter Nietengürtel mit einer großen Schnalle aus Metall lenkten die Blicke auf sie. Die Taille war zudem sehr schmal. Ein Korsett verrichtete hier ganze Arbeit und gab der Göttin in Schwarz mehr Form als eigentlich zu verkraften war. Schön geformte Brüste zeichneten sich unter der schwarzen Haut ab und schrien förmlich danach berührt zu werden.
Sie war heiß und die Hitze übertrug sich sofort auf die Jungs aus der Provinz, als sie merkten wer sich einen Weg durch sie hindurch bahnte.
Jevel kannte ihre Wirkung auf die Männer. Aber nicht nur Männer konnten ihrer Erscheinung nicht ausweichen, sondern auch Frauen fühlten sich magisch zu ihr hingezogen. Doch sie gab sich nicht so gern mit Frauen ab, da dessen Instinkt schärfer auf Gefahr zu reagieren vermochte. Und Jevel war gefährlich, dass stand außer Frage.
Die Band vollendete den Song in einem Stakkato aus harten Gitarrenriffs und dem Trommelwirbel des Schlagzeugers und Jevel hob ihre Arme in den Himmel und ließ sich von den 5 Jungen anhimmeln. Sie waren bereits von ihrer Erscheinung gefangen und nun begann sie ihr perverses Spiel.
Die Band brauchte scheinbar selbst eine Verschnaufpause, denn sie legten einen ihrer absoluten Hits auf, der jedoch entgegen der sonstigen Machart melancholisch und zärtlich daher kam. Eine ungewöhnliche Ruhe stellte sich ein. Hier, wo sich eben noch Haare und durchgeschwitzte Klamotten rücksichtslos in Bewegung setzten, leuchteten jetzt Feuerzeuge und Wunderkerzen.
Jevel nahm einen der Jungs an die Hand und ging mit ihm in Richtung Geländeausgang. Die anderen folgten dem ungleichen Paar und nahmen den schönen Song nicht mehr wahr. Was sie nicht wussten war, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit nie wieder etwas mitbekommen würden. Vor dem Gelände wartete ein kleinerer Bus und eine Limousine. Die hintere Tür der langen Stretchlimousine öffnete sich und Jevel stieg ein, gefolgt von ihrem Opfer, welches wie ein Hündchen ohne ein Wort mitgekommen war.
Aus dem Transporter sprangen zwei Frauen, die sich mit Jevel in Sachen Schönheit messen konnten. Sie winkten die anderen vier Jungs heran und ließen sie in den Van einsteigen. Die Limousine setzte sich in Bewegung, gefolgt von dem Kleinbus und beide entschwanden in die Nacht.

Posted on Januar 19th, 2011 by MyZero  |  No Comments »

Das Kreuz

Ich sitze hier im lichten Grün,
Wäre es schön einen Schleier Nebel zu sehn.
Am Horizont man glaubt es kaum,
mich die Sonne mit ihrer Wärme möchte erfreun.
Doch die klare Luft kann mich nicht täuschen.
Ich fühle Würmer und Maden unter mir kreuchen.
Ich weiß Du bist da und ein Kreuz sagt zu mir,
„Sei nicht traurig und träume von mir“.

In Gedenken an meinen besten Freund Andre`. († 2008)

Oftmals verbinden wir Kreuze mit dem Tod und sehen im Kreuz etwas Bedrohliches. Als mein Freund vor ca. 2 Jahren an einer schrecklichen Krankheit verstarb, ging es mir in der ersten Zeit auch so. Heute bin ich zwar nicht mehr so oft auf dem Friedhof, auf dem er begraben wurde, aber immer wenn ich da bin und sein Kreuz sehe, dann denke ich daran, dass er 2 glückliche Kinder hinterlassen hat und er in ihnen weiterlebt. Für mich ist die Freundschaft immer erhalten geblieben und ich bin heute weiterhin sehr gern bei seiner Familie, also auch bei ihm.

Foto: Avaldnes (Norwegen)

Posted on Januar 3rd, 2011 by Monroe  |  No Comments »

Buchvorstellung “INSIGHT”

INSIGHT
MARTIN GORE & DEPECHE MODE
Ein Portrait von Andre Bosse und Dennis Plauk

Depeche Mode

Weihnachten 2010. Ich habe gerade das heilige Fest bei meiner Familie verlassen und treffe mich mit Freunden. Die Freunde sind eigentlich wie meine zweite Familie. Oftmals zeigt es sich, dass die zweite Familie mich besser zu kennen scheint als Eltern und Schwestern, denn die Geschenke überraschen mich immer wieder und sind wirklich schön.

Dieses Jahr bekam ich ein absolutes Highlight, verbindet mich doch einiges mit der Band Depeche Mode und deren Kopf Martin Gore. So wird beispielsweise das legendäre Konzert im Berliner Osten vom 7.März 1988 besprochen. Die FDJ traf sich in der Werner-Seelenbinder-Halle zum Konzert für die Arbeiterklasse, wie es die beiden Autoren nennen.
Aber auch der Unterschied zwischen Martin Gore und meinem anderen Idol, Morrissey wird eingehend beschrieben.

Vor allem aber geht es darum, wie Martin Gore mit der Band Depeche Mode Musikgeschichte geschrieben hat. Wichtige Songs wie “Everything Counts” oder auch “Never Let Me Down Again” werden genauer unter die Lupe genommen.
Die Autoren vergessen aber auch nicht die Einflüsse auf viele andere Bands sowie auf die Modewelt.

Martin Gore war in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Mensch. Die Liebe zur Musik und eine tiefgehende Freundschaft zwischen Menschen, die über Jahrzehnte die Musikwelt beeinflussten und noch beeinflussen ist absolut lesenswert.

Hier wird Popgeschichte lebendig. Das Buch bekommt einen besonderen Platz in meinem Bücherregal und ist eine echte Empfehlung.

Posted on Dezember 28th, 2010 by neo  |  1 Comment »

 
Wordpress